hdtv

 

Alles "HD ready"?

TV droht Kopierschutz 

05.09.2005

Die Internationale Funkausstellung (IFA) findet vom 2. bis 7. September in Berlin statt. "Für Goldgräberstimmung bei den Herstellern von Unterhaltungselektronik sorgt zur diesjährigen Internationalen Funkausstellung vor allem ein Begriff: HDTV", schreibt die FAZ. Im restriktiven Kopierschutz sieht AOL dagegen eine ernsthafte Gefahr für die Akzeptanz der neuen Technik. Für den Verbraucher ist das eine Katastrophe", meint Nico Jurran, Redakteur der Fachzeitschrift "c´t" aus dem Heise-Verlag, im Handelsblatt. Der Focus fragt: "Bleibt das Recht auf Privatkopien?"

HDTV soll den heutigen Standard PAL in ferner Zukunft ablösen. Dem Kunden wird jedoch selten deutlich gemacht, dass er gleichzeitig mit einem "HD ready"-Gerät das Intel-Kopierschutzsystem HDCP erwirbt, mit dem der Rechteinhaber bestimmen kann, ob das Programm in HDTV-, DVD-, VHS-Qualität oder gar nicht aufgenommen werden kann. "Es bleibt zu hoffen, dass nicht das gesammte Programm vom Kopierverbot betroffen sein wird", schreibt AOL.

Private Vervielfältigungen sind zulässig, wenn kein wirksamer Kopierschutz umgangen wird. Was wirksam ist, ist selbst unter Experten umstritten. Privatkopien sind nicht kostenlos. Grundsätzlich wird für jede Privatkopie bezahlt, und zwar über die so genannte Geräte- und Leermedienabgabe. Auf jeden CD-/DVD-Brenner, Scanner, Kopierer und Kassettenrekorder, und jede Kopie, leere Videokassette und CD-/DVD-Rohling werden in Deutschland pauschale Abgaben erhoben, die im Kaufpreis enthalten sind. Diese Einnahmen werden über die "Zentralstelle für private Überspielungsrechte" (ZPÜ) an die Verwertungsgesellschaften verteilt.

"Der High-Tech-Enthusiast muss dann schon persönlich vor der Kiste sitzen, wenn sein Lieblingsfilm gerade läuft, ganz wie vor zwanzig Jahren, vor dem Siegeszug der VHS-Cassette – und wird dies angesichts seiner Investitionen sicher als Schmach und als Zumutung empfinden", schreibt die Süddeutsche Zeitung.

Als verbraucherfeindlich bezeichnet auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) Überlegungen der EU-Kommission für einen repressiven Kopierschutz bei Kinofilmen auf hochauflösenden DVD. Dies fordere die Unterhaltungsindustrie seit langem. "Bei allem Verständnis für die wirtschaftlichen und urheberrechtlichen Interessen der Softwarelieferanten und Rechteinhaber - wir lehnen einen Kopierschutz ab, der die Handlungsfreiheit des Verbrauchers unverhältnismäßig einschränkt und nicht einmal mehr die private Aufzeichnung erlaubt", so vzbv-Vorstand Edda Müller. Das gelte auch in Bezug auf die zu erwartende Übertragung hochauflösender Programminhalte via HDTV im digitalen Fernsehen.

"Ein Kopierschutz ist immer nur so viel wert, wie es dem Verbraucher gefällt. Will heißen: Spielt der das Spiel der Industrie nicht mit, kauft also keine neuen Geräte und verweigert sich den kommenden Innovationen, wird sich einiges sehr schnell ändern", meint Pit Klein, Redakteuer der Zeitung Sat + Kabel.

ARD und ZDF haben angekündigt, in absehbarer Zeit kein HDTV-Programm zu senden. Auch beim Fernsehsender RTL reagiert man abwartend. HDTV sei wegen der hohen Produktionskosten noch kein Thema, heißt es dort.

Der Pay-TV-Sender Premiere wird ab September HDTV-Programm anbieten. ProSieben und Sat.1 wollen zwar HDTV ausstrahlen, doch die Programmteile, die nicht nativ in HDTV produziert und erhältlich sind, werden hochgerechnet - und werden daher logischerweise nicht HDTV-Qualität erreichen, heißt es bei Golem. Sat.1 HD und ProSieben HD werden zwar gebührenfrei, aber zunächst ausschließlich über das ASTRA-Satellitensystem verbreitet.

Bei ProSieben und Sat.1 handle es sich nur um eine "aufgeblasene Ankündigung", lästert Premiere-Chef Georg Kofler. Denn die beiden produzieren ihre Programme nicht mit der neuen Technik, sondern blasen die herkömmlichen Bilder nur technisch auf - im Gegensatz zu Premiere.

Nach nicht-repräsentativen Umfragen von Chancen ist das Premiereangebot selbst 80% der HDTV-Fans zu teuer. Das Premiere-HDTV-Abo wird für die drei HDTV-Kanäle 57,-- Euro kosten, da das normale Programm mitabonniert werden muss. "Wir haben in Deutschland eine Zwei-Klassen-Gesellschaft", spottete Kofler auf einer Veranstaltung des Hightech-Presseclubs. "Die einen haben Premiere, die anderen nicht." Premiere wird auch die WM 2006 in meist drittklassiger HDTV-Qualität empfangbar machen.

Bei Premiere hieß es außerdem, es sei denkbar aber nicht geplant, dass HDTV-Receiver mit Festplatte herausgebracht werden, wodurch sich einige Filme zwar aufnehmen, aber nicht archivieren ließen. In Japan, den USA und Großbritannien wird HDTV ohne HDCP gesendet. Daher ist die Argumentation von Premiere nicht verständlich, dass sie keine Filme bekämen, wenn sie auf Verschlüsselung mit HDCP verzichten. Auch der Organisation EICTA ("European Information & Communications Technology Industry Association"), die im Hintergrund die Dinge eingefädelt hat, gehören zwar US-Firmen, aber keine US-Studios an. Völlig unverständlich ist, dass zahlreiche Markenhersteller von TV-Geräten dieser Kopierschutzallianz beigetreten sind. Sie dürften kaum von HDCP profitieren und müssen obendrein Lizenzgebühren an Intel zahlen.

Bis das hochauflösende Fernsehen einen Massenmarkt bedienen wird, werden ohnehin noch einige Jahre ins Land gehen, sind sich viele in der Branche sicher, ist im Focus zu lesen. In den USA, wo aufgrund der minderen Qualität von NTSC eben HDTV für Großfernseher attraktiver als hierzulande mit der PAL-Norm ist, blieb HDTV dennoch ein Fernsehen der Reichen. Laut einer Studie der Leichtman Research Group liegt das Einkommen eines HDTV-Zuschauers aktuell 73% über dem Durchschnitt der Bevölkerung.

Hollywood-Studios haben zudem angekündigt, ihr Programm von HD-DVD-Filmen stark zu kürzen. Wegen des Kopierschutzes kann HDTV auch auf heutigen leistungsstarken PCs nicht dargestellt werden, da neue "konforme" Grafikkarten und Monitore dafür erforderlich wären.

Die Stiftung Warentest warnte vor dem übereilten Kauf der auf der IFA gefeierten HDTV-fähigen Fernsehgeräte: "Es gebe nun zwar die entsprechenden Geräte, es fehlten jedoch die Bilder", sagte Herbert Noll von der Stiftung in einem SWR-Interview. Die meisten Free-TV-Anbieter blieben erst einmal bei der herkömmlichen Bildauflösung. Die Stiftung Warentest empfiehlt deshalb den Verbrauchern, sich genauso zu verhalten.

Die Financial Times Deutschland schreibt: "Solange kaum HDTV-Programm gesendet wird, lohnt für die Zuschauer allerdings der Kauf eines mehrere Tausend Euro teuren Flachbildschirmes plus Receiver nicht."

"Geld aus dem Fenster werfen will niemand. Weder die Sender noch der Zuschauer. Der verkraftet gerade erst die Umstellung auf digitales Fernsehen." schreibt die Kölnische Rundschau. 

Der Spiegel rät: "Wer nicht unbedingt sofort ins "Fernsehen der Zukunft" einsteigen will und auch nicht scharf auf die Fußball-WM in High Definition ist, sollte mit dem Kauf eines HD-Fernsehers lieber noch einige Zeit warten."

Auch Professor Reimers, geschäftsführender Direktor des Instituts für Nachrichtentechnik an der Technischen Universität Braunschweig rät davon ab, schon jetzt einen mit dem "HD ready"-Logo gekennzeichneten HDTV-tauglichen Fernseher zu kaufen. Reimers gilt als Vater des digitalen Fernsehens und ist Schirmherr des Technisch-Wissenschaftlichen Forums der Funkausstellung 2005.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt: "Das Bild, das die Elektronikbranche mit solchen Maßnahmen erzeugt, ist katastrophal: Immer weniger Leistung, immer mehr Kopierschutz-Paranoia, jedes Jahr eine neue Strategie, nichts passt zusammen, die teuersten Geräte können schon morgen praktisch wertlos sein. Wer da beschließt, erst einmal gar nichts zu kaufen, trifft vielleicht die weiseste Entscheidung: Er kann in Ruhe schauen, ob sich auch der neueste HDTV-Boom in Luft auflöst - oder frohgemut zugreifen, wenn tatsächlich vernünftige Lösungen auf den Markt kommen."

HD ready" Qualitätsprobleme

"HD ready"-Geräte können das normale Fernsehprogramm meist nur wesentlich schlechter darstellen als herkömmliche Fernseher. Es wird aber in absehbarer Zeit nur wenig HDTV-Programminhalte geben. Röhrenfernseher liefern auch dann noch ein gutes Bild, wenn das Bildmaterial nicht so berauschend ist.

Die kommende Fußball-WM wird in 1080i gesendet, "HD ready"-Fernseher stellen aber meist nur 720 Zeilen dar. Das führt oft zu drittklassiger HDTV-Anzeigequalität. Erstklassige Qualität dagegen wäre mit 1080p gegeben, zweitklassig mit 720p bis 42 Zoll(ca. 106cm) Bildschirmdiagonale und darüber hinaus mit 1080i. Als drittklassig zu bewerten ist auch die Umwandlung von 1080i in die 720er-Auflösung.

"Problematisch ist vor allem, dass es derzeit zwei HDTV-Formate gibt: Das Format 1080i hat eine Auflösung von 1.920 mal 1.080 Bildpunkten ("i" engl. für interlaced d.h. mit Zeilensprung) und setzt wie das PAL-Fernsehen seine Bilder aus Halbbildern zusammen. Dagegen setzt das Format 720p (p steht für "progressiv", ohne Zeilensprungverfahren) jedes einzelne der 50 Fernsehbilder pro Sekunde aus 1.280 mal 720 Bildpunkten zusammen.

Moderne Großbild-TVs müssen deshalb je nach HDTV-Format die Bilddaten mit unterschiedlichen Methoden umrechnen, damit das digitale Bildmaterial den kompletten Schirm füllt. Die Untersuchungen der Tester des Magazins "Video" ergaben, dass diese Berechnungen je nach TV-Gerät zu höchst unterschiedlichen Bildeindrücken führen (Zitat): "HD ready" ist daher kein Garant für eine gleichbleibend gute Bildqualität eines Fernsehers, sondern beschreibt lediglich die Fähigkeit des TV-Geräts, HDTV-Bilder darzustellen."
net-tribune.de 

Die meisten HD ready Geräte haben bloß eine 700ter Auflösung. Gesendet wird aber die 1080er Auflösung. Das Magazin "video" hat in der Ausgabe 10/2005 verglichen. HDTV 1080 wurde von einem PAL optimierten 80 cm TFT besser als von einem einem HDTV 700ter Schirm angezeigt. PAL sowieso, da es auf die 700 Auflösung "aufgebalsen" werden muss, was wie bei einem Digitalzoom einer Kamera zu Unschärfen durch Blockbildung führt.

Als weiteres Problem wird das Sendeformat MPEG 4 diskutiert.

"HD ready" kein Gütesigel

Das "HD ready"-Label wird lediglich von einer Lobbyorganisation vergeben und hat keinen behördlichen oder gesetzlichen Status. In der Praxis wird noch nicht einmal kontrolliert, ob der Hersteller tatsächlich die Vorgaben des "HD ready"-Labels einhält, welches in Promotion-Artikeln gar als "Gütesiegel" gehandelt wird.

Die EICTA, die das Label vergibt, weist sich als europäische Organisation aus. Es sind aber erstaunlicherweise viele US-Firmen wie Microsoft und Apple Mitglied; auch Sony ist mit von der Partie. Microsoft unterstütz ja in China auch das Regim bei der Verfolgung von Kritikern damit dort das Urheberecht zu Gunsten des Konzerns geändert wird. Die EICTA stellt auch Seiten wie "Europa für DRM" ins Netz. Dabei handelt es sich keinesfalls um eine Seite der Europäischen Union, schreibt der IT-Newsticker heise online. In der deutschen Übersetzung der Pressemitteilung der EICTA zu "HD ready", in der sie "Richtlinien" verkündet, ist auf vier Seiten kein einziges Mal das Wort Kopierschutz zu lesen. Erst auf Seite 4 wird HDCP in Englisch ohne Erklärung erwähnt. Die Pressemitteilung erweckt den Eindruck, extra so verfasst worden zu sein, dass sie kein Journalist bis zum Ende liest. Auch im Rahmen der Debatte um Softwarepatente ist die EICTA in Kritik geraten. "Das Patentrezept der Lobbyisten gegen Parlamentarier: Lügen, was das Zeug hält", schreibt
Quintessenz.

 
Was ist HDTV?

Bildqualität bessert sich um den Faktor 1,25 - 1,5

High Definition TeleVision (HDTV, engl. für Hochauflösendes Fernsehen) ist ein Sammelbegriff, der eine Reihe von Fernsehnormen bezeichnet, die sich gegenüber dem herkömmlichem Fernsehen (SDTV, Standard Definition TeleVision) durch eine erhöhte vertikale, horizontale und/oder temporale Auflösung auszeichnen und in der Regel eine Verbreiterung des Bildseitenverhältnisses z.B. von 4:3 auf 16:9 mit sich bringen.

Zu verschiedenen Zeiten verstand man aufgrund des jeweiligen Stands der Technik andere Auflösungen als hochauflösend. Aktuell sind Vertikalauflösungen von 720 (mit Vollbildern) und 1080 Zeilen (mit Halbbildern oder Vollbildern halber Frequenz) gebräuchlich. Die bisherigen europäischen Fernsehstandards PAL und SECAM bieten zum Vergleich 576 Zeilen (50Hz Bildwechsel), NTSC dagegen 480 Zeilen (60Hz) bei den gleichen Bildverfahren wie die 1080er HD-Variante. Fernseher, die mit dem Intel-Kopierschutzsystem HDCP unter dem Label "HD ready" verkauft werden, beherrschen meist eine Auflösung von 720 Zeilen, also 144 mehr als herkömmliche PAL-Geräte.

Dem Kameramann Anthony Dod Mantle, der durch die auf DV gedrehten Dogma-Filme berühmt wurde, ist schon die DVD-Darstellungsqualität der Dogma-Filme zu gut (aus: Kameramann 06/2005).

In einigen Presseartikeln wurde die HDTV-PR 1:1 übernommen und suggeriert, HDTV hätte die fünffache Qualität von PAL. Es macht aber u.a. deshalb wenig Sinn, die Gesamtpixelzahl zu vergleichen, weil PAL wie HDTV mit nicht-quadratischen Pixeln (anamorph) arbeitet. Geräte, die unter dem Label "HD ready" verkauft werden, weisen mit ihrer (i.d.R.) 720 Zeilenauflösung lediglich 144 Zeilen mehr auf als herkömmliche PAL-TVs. Der Unterschied zwischen HDTV und SDTV ist in der Relation also oft nur genauso gering wie zwischen einer 16:9 PAL-Letterboxdarstellung und einer 4:3 PAL- bzw. einer 16:9 PALanamorph-Ausstrahlung oder einer 16:9 DVD-Darbietung (anamorph). Um allerdings die Bildqualität tatsächlich verdoppeln zu können, muss die Pixelanzahl vervierfacht werden. Nach seriösen Berechnungen beträgt die Auflösung von HDTV nur das 1,25- bis 1,5-fache von PAL, was gleiche Bedingungen in der Produktions- und Abspielkette voraussetzt. Das bestätigen auch Tests der in Fachkreisen angesehenen Zeitschrift Sat + Kabel.

"Nein, ganz Normales gibt es kaum auf der IFA. Hier ist alles mindestens "HD-ready" oder noch weiter ins Übermorgen entrückt. "HD-ready" soll heißen: vorbereitet für das hochauflösende Fernsehen, das als HDTV (High Definition TV) über die ganze Messe geistert.Doch wer braucht diese noch schärferen Fernseher? Die Frage steht vielen Betrachtern der auf Tausenden von HDTV-Fernsehern immer wieder gleichen ablaufenden Promotion-DVD des Bezahlsenders "Premiere" ebenfalls ins Gesicht geschrieben. Wo sieht man die Unterschiede zwischen PAL und HDTV überhaupt? Auf kleinen Fernsehern besteht für das Auge kaum ein Unterschied. Seinen Vorteil kann HDTV erst bei richtig großen Bildschirmen ausspielen." schreibt das Hamburger Abendblatt.

Die feineren Details, die HDTV zeichnen kann, verlieren sich mit zunehmendem Betrachtungsabstand. PAL ist in etwa dem vierfachen der Höhe des Fernsehers zu betrachten, währendhingegen bei HDTV auf etwa das drei bis zweifache herangerückt werden kann. Studien der BBC und des Schwedischen Fernsehens haben zudem gezeigt, dass bis zu einer Bildschirmgröße von 42 Zoll(106cm) das 720p-Format gegenüber 1080i die bessere Bildqualität liefert.

"HDTV ist erst interessant, wenn die Bildschirmdiagonale richtig groß ist, weil Sie dann auf Ihrem alten Sitzplatz ein größeres Blickfeld haben. Also entweder einen riesigen Bildschirm kaufen oder den Abstand zwischen Sofa und Fernseher halbieren, sonst lohnt die Ausgabe für teure HDTV-Geräte kaum", unterstreicht dies die ARD. Die ARD geriet übrigens in Kritik, dass sie die neue Technik vorbehaltlos unterstütze, als sie einen HDTV-kritischen Werbespott des Wochenmagazins Stern boykottierte.

Auf ihrem "Pressekolloquium Rundfunktechnik" bemängelte Herbert Tillmann, Vorsitzender der Produktions- und Technik-Kommission in der ARD an der HDTV-Technik, dass ein "Motion Blur"-Effekt, ein Verwischen bei schneller Bewegung, deutlich wahrzunehmen sei. Die ARD will mit DVB-T weiter auf ihre "Qualitätsoffensive digitales Fernsehen" setzen.

"Es gab auch schon SD Übertragungen mit 12 MBit/s, dann trennt meistens nur noch die Auflösung SD von HD und es wird auf einen hochauflösenden Display schon schwer zu erkennen ob es SD (PAL) oder HD ist wenn Widescreen gesendet wird." heist es auch im Forum Digitalfernsehn.

Progessive PAL-Bilder können von einigen Fernsehern ohne interpolieren zu müssen dargestellt werden, da sie bereits im psF-Format vorliegen bzw. gesendet werden.

Die Auflösung ist nur einer der die Bildqualität bestimmenden Faktoren. Eine aufwändige PAL-Produktion hat eine bessere Qualität als ein durchschnittlicher HDTV-Beitrag, beim Vergleich von HDTV und PAL sollte man ergo nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Wer PAL mit HDTV vergleicht, sollte daher stets den selben Film/Trailer miteinander aus dem normalen Fernsehabstand vergleichen, denn natürlich werden für HDTV aufwändige Werbetrailer produziert. Auf einem hochauflösenden 21 Zoll TFT-Bildschirm aus nächster Nähe konnten wir keinen nennenswerten Unterschied zwischen HDTV-720p und PAL-576p (via psF) entdecken. Die Produktion der Filmakademie Baden-Württemberg heißt "Die letzten Tage" und wurde vom SWR und von arte koproduziert und u.a. von Panasonic gesponsert. "Übrigens finde ich auch, dass ein gutes PAL-DVD-Material mit hoher Bitrate fast an HD herankommt", hieß es dazu in einem Forenbeitrag.

"Wir haben bei Sehtests herausgefunden, dass das Auge und das Gehirn auf Farben viel empfänglicher reagieren als auf die Auflösung", sagte Markus Bautsch von der Stiftung Warentest in Zusammenhang mit einem Beamertest.
"Ein Event im ehemaligen Münchener IMAX-Kino zeigte anhand der ZDF-Produktion "Michelangelo" etrem deutlich, dass eine Erhöhung der Zeilenzahl von 576 auf lediglich 720 gerade in den Totalen praktisch nichts bringt." (Professional Production Nr. 191, Seite 48)

Ein Forenbeitrag lautete: "In dem letzten "Kino daheim" c't-Spezial-Heft (ich glaube es war Nov./Dez. 2004) war HD-Filmmaterial in MPEG4 zum Testen dabei. Das habe ich auf meinem Wohnzimmer-PC über DVI auf meinen LCD-Fernseher mit 76cm Bilddiagonale (Auflösung 1280 x 768) getestet. Ergebnis: Unter Wohnzimmerbedingungen, wo man ca. 2,0 bis 3,5m vom Bildschirm entfernt sitzt (oder auch mehr), ist der Unterschied zur DVD nicht überwältigend. Man kann mit dem bloßen Auge die feinen Details aus der Entfernung gar nicht erkennen. DVD-Qualität reicht für Wohnzimmerfernsehbedingungen darum alle Mal aus."

Das HDTV nicht immer Spitzenqualität bietet, zeigt auch dieser Beitrag eines enttäuschten HDTV-Enthusiasten. Er schrieb Ende 2004 im Forum Digitalfernsehen: "Es ist eigentlich nicht mein Ding, vorschnell zu urteilen. Aber eine Viertelstunde nach der Sendung "neues spezial" muss ich mir jetzt doch Luft machen: Das Ganze war für mich eine Enttäuschung. Eine HDTV-Produktion, die kaum Bilder von bestechender Schärfe oder Farbbrillianz, geschweige denn einen vernünftigen Ton anbot."
forum.digitalfernsehen.de
 
Aus einem anderem Forum: "Ich habe auch nen 19" TFT (auch echte 16.7 Mio Farben) und ebenfalls ne Pinnacle PCTVSat die ich mit ProgDVB betreibe (auch Softdecoder). HDTV hab ich auch schon gesehen und zwar den Sender "Euro 1080HD" auch als HD1 bekannt. Dieser sendet ebenfalls in 1080i allerdings wird mpg-2 als Kompression, doch die Bildqualität ist nat. umwerfend."

 

Mehrkosten nur für TV Produktionen

Die hochauflösende Technik erfordert detailgenauere Kulissen und mehr Arbeit der Maskenbildner. Die TV-Produktionskosten steigen deshalb mit HDTV um etwa 25 Prozent, schätzt ZDF-Intendant Markus Schächter.

Nach den Vorstellungen der Industrie soll HDTV schleichend eingeführt werden und PAL ablösen. Auch das Urheberrecht soll entsprechend geändert werden. Das Recht auf Privatkopie regelt hierzulande § 53 UrhG. In Frankreich geht das Recht auf Privatkopie noch deutlich weiter als in Deutschland. Die US-Studios, die vor allem vom Kopierschutz profitieren dürften, kostet HDTV keinen Cent mehr. Die Filme werden sowieso in HD-Formaten am Computer geschnitten und zwar in einer Auflösung von 2000 oder 4000. Aus welchem Grund soll dann der Verbraucher HDTV nicht aufnehmen dürfen? Der Zuschauer hat den Film doch bereits bezahlt, sei es durch Rundfunkgebühren, Abo-TV oder durch Aufschläge auf Produkte, für die geworben wird. Zudem sind Filme, die im TV gelaufen sind, für den Raubkopiermarkt uninteressant.

Hinter "HD ready" steht eine dicke Kopierschutzallianz, die im Verborgenen bereits viele Fäden gesponnen hat. Fast alle Markenhersteller, darunter auch Sony und viele Hard- und Softwareunternehmen wie Microsoft und Apple sind in der angeblich europäischen Lobbyvereinigung EICTA und/oder im HDTV-Forum vertreten. FIFA-Sponsor Philips unterstützt auch Premiere finanziell bei der HDTV-Vermarktung der WM 2006. Wie schon erwähnt, fehlen seltsamerweise die, die am meisten von der Sache profitieren: Die Hollywood-Studios. Dabei kostet sie HDTV wie gesagt keinen Cent mehr. Siehe dazu:
EICTA Mitglieder und Mitglieder des HDTV Forums
 
 
Nebenschauplatz Balken WM
 
Die Frankfurter Rundschau berichtet, dass entgegen den Ausführungen des ARD-Vorsitzenden Thomas Gruber die WM auch im klassischen 4:3-Format in bester PAL-Auflösung gesendet werden kann, also ohne Balken oben und unten.

Grubers Ausführungen in dieser Angelegenheit waren bereits am Tag der Äußerung nicht sonderlich glaubwürdig, da bekannt war, das Premiere die WM auch in 4:3 überträgt. Hat Gruber die Unwahrheit gesagt oder war er nur schlecht informiert, als er u.a. behauptete, die FIFA verlange die 16:9-Übertragung und bei einer 4:3-Ausstrahlung würde der Zuschauer womöglich Wichtiges verpassen? Kein 4:3-Zuschauer hat beim Confederations Cup, der auch in 16:9-HDTV produziert wurde, irgendetwas verpasst. Erst 2010 soll nach Plänen der FIFA nur das 16:9-Bildformat (HDTV-Standard) angeboten werden, obwohl beide Formate problemlos mit einem Team gleichzeitig produziert werden können, ohne das irgendwer irgendwas verpasst, wie fälschlicherweise auch in der Neuen Züricher Zeitung (NZZ) zu lesen ist.

Bildregie und Kamera beachten im wesentlichen nur den 4:3-Ausschnitt, indem die 16:9-Monitore an den Seiten abgeschnitten werden. Es könnte auch anders herum produziert werden, sodass bei einem 4:3-Bild nur der 16:9-Ausschnitt beachtet wird. Die 16:9-Zuschauer erhielten dann den kleineren Ausschnitt. Die erste Lösung ist aber aus technischen Gründen (HDTV-Kameras können nur 16:9) und aus ästhetischen Gesichtspunkten vorzuziehen.

Bei 4:3 wird auch nichts abgeschnitten, wie in der FAZ zu lesen war; aus bildgestalterischen Gründen werden 16:9-Bilder oft stärker beschnitten. Nur 15% der Zuschauer haben sich bislang überhaupt für das 16:9-Format erwärmen können. Die meisten internationalen Sender strahlen nach wie vor im 4:3-Seitenverhältnis aus.


Was ist HDCP?

HDCP (High-bandwidth Digital Content Protection) ist das Verschlüsselungssystem, welches für die Schnittstellen DVI und HDMI zur geschützten Übertragung von Audio- und Videodaten vorgesehen ist und soll in Europa für HDTV Standard werden. Daher wird man auf heutigen PCs kein HDTV sehen können. Abspielgeräte, die mit "HD ready" gekennzeichnet sind, können mittels HDCP das Aufnehmen und/oder Kopieren von Filmen unterbinden.

Mit HDCP soll das Abgreifen des Video- und Audiomaterials innerhalb der Verbindung zwischen Sender und Empfänger verhindert werden. Fordert das abspielende Gerät (Sender, z.B. SAT-Receiver oder DVD-Player) eine HDCP-Verbindung, muss die wiedergebende Komponente (Empfänger, z.B. TV-Gerät, Beamer) ebenfalls HDCP unterstützen, um das Video darstellen zu können.

Im Unterschied zu den bisherigen Kopierschutztechniken können Geräte, von denen die zuständigen Gremien annehmen, dass sie "korrumpiert" wurden, still gelegt werden, indem die Schlüssel der entsprechenden HDCP-Chips gesperrt werden. Das HDCP-System ließe sich evtl. durch (illegale?) MOD-Chips knacken. Ob sich MOD-Chips oder Geräte mit MOD-Chips kaufen lassen werden, ist fraglich, da beispielsweise der Anbieter Lik Sang von den Firmen Sony, Nintendo und Microsoft im September 2002 verklagt wurde. Lik Sang hatte so genannte MOD-Chips vertrieben, mit denen man diverse Kopierschutzmechanismen von Spielekonsolen dieser Hersteller aushebeln konnte. Lik Sang stand daraufhin kurz vor dem Aus und produziert inzwischen keine MOD-Chips mehr. Wer in Deutschland Signalverstärker verkauft, um das Kopierschutzsystem Macrovision zu umgehen, dem drohen saftige Abmahnungen.
Wikipedia,taz

Auch die analogen Ausgänge können per HDCP abgeschaltet werden, Aufnahmen in PAL-Qualität (VHS/DVD) werden i.d.R. nicht möglich sein. Auch die Tonausgabe an ein Raumklangsystem kann abgeriegelt werden.

Bei heise über HDCP zu lesen:

Lange Gesichter (...) beim ersten deutschen HDTV-Anbieter, dem Pay-TV-Sender Premiere: "Wir tun es ungern, doch wir haben gar keine andere Wahl - entweder wir strahlen wie von den Studios gewünscht mit Kopierschutz aus - oder wir bekommen erst gar kein HDTV-Material zum Senden", so Premiere-Sprecher Michael Jachan zu Telepolis. Und nur Satellitenempfänger, die brav die Analogausgänge stilllegen, sobald mehr als Testbild oder Werbung laufen, werden zum Empfang zugelassen."

 
"HD ready"? - Nein danke! 

Kritiker von HDCP sind der Meinung, dass der einzige Ausweg darin besteht, "HD ready"-Geräte nicht zu kaufen. Nur so besteht Hoffnung, dass die Sender auf HDCP verzichten werden. Und wie wir alle wissen, hängt die Qualität eines Films am wenigsten von der Auflösung ab. Daher kann man auch getrost auf den Kauf eines "HD ready"-Geräts verzichten und lieber einen schönen Urlaub im Familienkreis genießen und auf eine spannende WM hoffen. Es ist doch viel schöner mit Freunden ins Kino zu gehen und später bei einem Glas Wein angeregt vom Film einen netten Abend zu verbringen.

 

Der Autor des Artikels ist Kameramann und bedankt sich für die Hinweise, die er in verschiedenen Foren zum Thema bekommen hat.

 

Aus dem Heise Forum:

 
absolut TOP - vielen dank für deinen kommentar - dieser ist lückenlos meiner
meinung nach verfasst und spiegelt genau das wieder, was ich vom "hd ready"
halte!

weiter so -> ++ !!!


Aus dem Area dvd Forum:

"HDCP raubt den Endverbrauchern ein Stück Freiheit.

Das Recht auf Privatkopie. Und macht alles unnötig komplizierter. Die Industrie entscheidet was man sehen und/oder aufnehmen darf. Das kann es doch nicht sein.

Der Deutsche Kunde sagt mal wieder "Ja und Amen!" zu dem was die Industrie aufbrummen will.

Der Endverbraucher kann durch den HDCP Kopierschutz nur Nachteile bekommen. Vorteile auf keinen Fall.

In den USA wurde auch das "Broadcast Flag" gestoppt, weil sich Organistionen dagegen aufgelehnt haben.

Und ich würde mir wünschen das sowas auch mit HDCP hier passieren wird. HDCP braucht kein Mensch."
 

golem, IT News für Profis - aus dem Forum
 
tausend dank für diesen beitrag. werd' den gleich mal rund schicke an alle bekannten. ich hatte mich zwar schon so auf HD-x gefreut, aber wenn das die nebenwirkungen sind, dann "nein, danke!"
 
 
 
Weblinks
 

 

Chancen - Weststr. 15 - 42555 Velbert - 01078/8798776

chancen.info c/o gmx.net



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